5 Gründe, warum Ihr Unternehmen erfolgreicher wird mit gendergerechter Sprache.

Klar, jedes Unternehmen hat seine eigene Sprache. Das ist auch wichtig, denn Authentizität ist das oberste Gebot, wenn es um Kommunikation geht. Die Frage ist nun, wofür Sie mit Ihrem Unternehmen in der Welt stehen möchten: Für Fortschritt? Für Weitsichtigkeit? Und Erfolg? Wenn Sie einen der Werte für sich in Anspruch nehmen möchten und authentisch wirken wollen, sollten Sie anfangen zu gendern.
Falls Sie (noch) nicht gendergerecht kommunizieren: In der Diskussion um gendergerechte Sprache geht es nie GEGEN Sie oder eine Einschränkung Ihrer Gewohnheiten. Gendergerechte Sprache steht FÜR den Einbezug aller Menschen. Wenn Sie gendergerechte Sprache ablehnen, aus welchen Gründen auch immer, ist das Ihre persönliche Meinung. Diese muss aber nichts mit einer vorteilhaften Entscheidung mit Blick auf Ihr Unternehmen zu tun haben. Neben der vielleicht etwas herausfordernden ersten Umgewöhnung (Aber hey: Sie führen ein Unternehmen; Sie haben sich fix schon grösseren Herausforderungen gestellt!), hat gendergerechte Sprache viele Vorteile.
1. Sie zeigen Wertschätzung und bekommen Loyalität.
Wenn Sie gendergerecht kommunizieren, zeigen Sie, dass Sie die Welt als Mensch mit offenem Horizont betrachten, dass Sie alle Menschen, ob Mann oder Frau sowie alle Geschlechter dazwischen, wahrnehmen. Sie zeigen Wertschätzung. Das macht Sie sympathisch. Für sympathische Unternehmen arbeitet man lieber und verhält sich loyaler.
Gemäss mehrerer Studien ist der Loyalität der Klebstoff, der eine Firma zusammenhält. Loyalität kann Teams zusammenschweissen, hilft, bessere Ergebnisse zu erzielen und stärkt Vorgesetzten den Rücken – oder bricht Ihnen das das Genick, wenn sie nicht gefördert wird. Wie schafft man es, dass Angestellte zu motivierten, loyalen Mitarbeitenden werden? Indem man sie wahrnimmt und mit ihnen wertschätzend kommuniziert.
Wenn Sie gendergerechte Sprache in Ihrem Unternehmen einführen, werden sich einige Mitarbeitende vielleicht fragen, was das nun soll. Das ist die perfekte Gelegenheit für einen Firmenanlass, an dem Sie als Chef*in sich erklären, einen Einblick in Ihre persönlichen Gedanken geben und allenfalls Ihre eigenen Vorbehalte der Vergangenheit erklären können. Um dann eine gemeinsame Zukunftsvision zu zeichnen. Gehen Sie die Umstellung als gemeinsames Projekt an, geben Sie Ihren Mitarbeitenden Raum für eigene Ideen, Zweifel und Anmerkungen. So ein gemeinschaftliches Vorhaben leistet dem Wir-Gefühl immensen Vorschub.***
Und das Tüpfelchen auf dem i: Die gemeinsamen Erlebnisse werden von den Mitarbeitenden automatisch nach aussen getragen und verstärken somit das positive Bild Ihres Unternehmens – quasi als Gratis-Werbung.
2. Sie gewinnen Kund*innen.
Ihre Kund*innen sind zunächst der wichtigste Gradmesser für Ihre Kommunikation. Ich gehe davon aus, dass Sie möglichst viele Menschen aus der von Ihnen definierten Zielgruppe ansprechen möchten. Junge Menschen (und das sind laut EU-Studien alle unter 44 Jahren), weltoffene Menschen und die LGBT+-Community legen oft grossen Wert auf gendergerechte Sprache. Sie kennen sich in der Regel gut aus mit dem Gendern und lesen auch über vermeintlich kompliziertere Varianten wie den Gender-Stern, ohne zu stolpern. Nicht nur Frauen freuen sich über die sprachliche Abbildung. In Deutschland zählen sich rund sechs Millionen Menschen zur LGBTQI-Community, sind also homo- oder bisexuell, transgender, queer oder intersexuell und schätzen es, sprachlich abgebildet zu sein.
Können Sie sich leisten, eine solche Masse an Menschen nicht anzusprechen resp. als Zielgruppe zu verlieren? Das Angebot ist gross, die Kund*innen können frei wählen, denn kaum jemand hat mehr ein Monopol auf irgendwelche Produkte und Dienstleistungen. Inzwischen gibt es zahlreiche Menschen, die bewusst nur von Unternehmen kaufen, die alle Menschengruppen explizit ansprechen. Diese Menschen werden nur dann Ihre Kund*innen, wenn Sie fair kommunizieren. Aber auch konservative und älteren Zielgruppen erreichen Sie mit fairer Sprache: Paarform, Binnen-I oder Schrägstrich sind auch ihnen geläufig.
3. Sie präsentieren sich weltoffen und ziehen Fachkräfte an.
Mit gendergerechter Kommunikation sagen Sie mehr über sich aus, als im ersten Moment wahrnehmbar wäre. Sie sprechen nicht nur alle Menschen in ihrer Vielfalt an. Sie zeigen auch, dass Sie sich für Dinge interessieren, die in der Welt da draussen geschehen. Sie zeigen, dass Sie nicht betriebsblind, sondern ein modernes, weltoffenes Unternehmen sind. Ein Unternehmen, das Probleme erkennt und seinen Beitrag zu einer positiven gesellschaftlichen Veränderung leistet.
Das zieht nicht nur neue Kund*innen an (Für mich ist klar: Von Ihnen würde ich sofort kaufen!), sondern macht Sie auch zu einem begehrten Unternehmen für Fachkräfte. Gerade in sogenannten MINT-Berufen (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist der Fachkräftemangel seit Längerem ein Thema. Bei den vielen zu besetzenden Stellen, für die es wenig gut ausgebildete Fachleute gibt, kann es eine entscheidende Rolle spielen, wie Sie kommunizieren. Seit Anfang der 2010er- Jahre liegt der Frauenanteil in den MINT-Fächern bei den an Universitären Hochschulen der Schweiz verliehenen Bachelor-, Master- und Doktortiteln bei 35%. Im Bereich «Chemie und Life Sciences» beläuft sich der Frauenanteil auf allen drei Examensstufen gar auf mehr als 50%. Wer so begehrt ist auf dem Arbeitsmarkt, kann seinen eigenen Kriterienkatalog zusammenstellen. Denken Sie nicht auch, dass eines der Kriterien vielleicht sein könnte, für ein Unternehmen zu arbeiten zu wollen, von dem man als Frau explizit angesprochen wird?
4. Mehr Diversität bringt mehr Umsatz.
Unter Diversität oder Diversity versteht man individuelle, soziale und strukturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Menschen und Gruppen. Damit sind gesellschaftlich gesetzte Unterschiede wie Alter, Hautfarbe, Geschlecht, ethnische Herkunft, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierungen, Behinderungen und Beeinträchtigungen gemeint.
Man hat herausgefunden, dass mehr Diversität in Unternehmen zu besserer und nachhaltigerer Leistung führt. Gender Diversity zahlt sich für Unternehmen und Investor*innen aus. Im Idealfall ist die Diversität in allen Positionen gross. Gemischte Betriebe erwirtschaften unter bestimmten Randbedingungen eine höhere Eigenkapitalrendite, sie gehen mit geringerer Wahrscheinlichkeit übertriebene Risiken ein, sie sind innovativer und sie arbeiten orientierter an den Wünschen der Kund*innen. Was wiederum eine bessere Bindung von Kund*innen zur Folge hat.
«Der Umsatz von Unternehmen steigt um durchschnittlich 3% – mit nur 1% Erhöhung der Diversität.»
Sagt ScienceDaily. Und die müssen es ja wissen.
Die Einführung gendergerechter Sprache kann ein wichtiger erster Schritt hin zu mehr Diversität mehr, weil sie die Thematik im Alltag sichtbar macht. Sie schärft Ihren Blick für die Wahrnehmung der Geschlechtervielfalt und trägt dazu bei, Stereotypen zu entgegenzuwirken. Wenn Frauen und Männer gleichberechtigt in der Sprache abgebildet werden, erhöht das die Chancen, dass sie auch gleichberechtigt behandelt werden. Und dass Stärken und Schwachpunkte beispielsweise bei der Stellenbesetzung in verschiedenen Positionen im Unternehmen überhaupt bemerkt werden.
5. Sie beweisen echtes Leadership.
Gendergerechte Sprache wird eher früher als später in allen Unternehmen und Branchen, privat oder öffentlich, ankommen und zum guten Ton gehören. In der Schweiz und in Liechtenstein sind wir noch an einem Punkt, wo Sie entscheiden können: Wofür steht Ihr Unternehmen? Was wollen Sie bewirken? Sind Sie Mitläufer*in im Feld und passen sich den anderen an? Oder sind Sie Vorreiter*in und zeigen den anderen, wo es langgeht?
Wenn Sie nicht nur für eine gleichberechtigte, faire Gesellschaft stehen, sondern Ihrem Unternehmen auch zu mehr Erfolg und dem Ruf als Vorbild verhelfen wollen, ist gendergerechte Sprache das beste und einfachste Mittel, diese Ziele zu erreichen. Übernehmen Sie den Lead!
*** Und falls es Sie nun Wunder nimmt, wie man diese Sprachumstellung einführen könnte im Unternehmen: Ich helfe Ihnen gern auf die Sprünge. Ich habe nämlich einen Plan. Wollen Sie Ihn sehen? Dann schreiben Sie mir: hallo@w-orte.li
P.S. Falls Sie gendergerechte Sprache in Ihrem Unternehmen bereits umsetzen, lassen Sie es mich wissen! Wie ging die Umstellung vonstatten, wie fühlt es sich an? Ich freue mich auf Ihre Inputs per Mail, auf LinkedIn oder Instagram, in den Kommentaren oder per DM.